"Nie ist ein Anschauungsmittel geschaffen worden, das so instruktiv
wie dieses wäre, nie eins, das mehr bezaubernd gewirkt
hätte, nie eins, das im selben Grade wie dieses sich an alle
wendet. Es ist Schule, Theater, Film auf einmal, ein Schulsaal unter
dem Gewölbe des Himmels, und ein Schauspiel, wo die
Himmelskörper Akteure sind. Das Resultat: das schönste
Kunstwerk."
So schwärmte der Direktor der Kopenhagener Sternwarte schon 1925
kurz nach der Eröffnung des ersten Planetariums der Welt im
Deutschen Museum in München. Und so wie er staunten die Menschen
bald auch in vielen anderen Städten über das "Wunder aus
Jena", die Planetariumsprojektoren der Carl-Zeiss-Werke, und über
den naturgetreuen Sternhimmel, den sie in die Planetariumskuppeln
strahlen konnten. Heute besuchen jährlich viele Millionen
Menschen eines der weit über 1 000 Planetarien, die es
mittlerweile weltweit gibt.
Dass seit vielen Jahren auch Freiburg auf der Liste der
Planetariumsstädte steht, verdankt die Stadt dem
Gewerbeschullehrer Richard Fehrenbach. Ab 1959 bauten er und einige
Kollegen in ihrer Freizeit unermüdlich Zahnräder, Lampen,
Linsen, Elektromotoren und Schleifringe zu ihrem eigenen
Planetariumsprojektor zusammen. Und am 14. März 1975 war es dann
endlich so weit: Auf dem Dach der
Richard-Fehrenbach-Gewerbeschule an der Friedrichstraße
konnten sie das erste baden-württembergische
Nachkriegsplanetarium eröffnen.
Nach rund 10 000 Vorführungen, in denen der Projektor oft bis an die Grenzen seiner Zahnräder belastet worden war, seine Linsen immer trüber wurden und sein Mond und seine Planeten immer stärker wackelten, wurde er am 12. März 2002 in seine wohlverdiente Projektorenpension verabschiedet.
Die von Richard Fehrenbach begründete Geschichte des Freiburger Planetariums aber geht weiter, in einem neuen Planetarium, unter einer neuen Kuppel, mit einem neuen Projektor, aber mit der alten Kulturaufgabe: Jung und alt unser wachsendes Wissen über den Aufbau und die Geschichte des Kosmos zu vermitteln und ihnen die Augen zu öffnen für die Wunder des Weltalls, in dem wir leben.