
Auch Astronomen wurden schon mehrfach durch optische Täuschungen genarrt: Schon vor mehr als 100 Jahren glaubten sie z. B. Kanäle auf dem Mars zu erkennen. Und auch eine vermeintliche riesige Skulptur in Form eines Gesichtes auf dem Mars machte Furore. Optische Täuschungen sind jedoch nicht die Folge von Fehlern in unserem Sehsystem. Vielmehr hat die Evolution unseren Wahrnehmungsapparat für alltägliche Sehaufgaben optimiert und diese Optimierung fest eingebaut, so dass in atypischen Sehsituation Täuschungen auftreten können. Umgekehrt kann man aus den Täuschungen zurückschließen, wie das Sehen funktioniert. Das macht optische Täuschungen so interessant, noch über ihren Unterhaltungswert hinaus.
Optische Täuschungen sind seit Aristoteles bekannt. Immer noch kommen faszinierende Varianten und ganz neue Phänomene dazu. Die aktuelle Hirnforschung kann die Phänomene keineswegs alle erklären, und sie entziehen sich auch gerne der Systematisierung. Der Vortrag wird den "Basisdimensionen des Sehens" folgen und neue wie alte Phänomene der Wahrnehmung von Helligkeit, Raum, Bewegung, Farbe und Gestalt vorführen. Es erwartet Sie eine lebendige Computerpräsentation zum Mitmachen. Prof. Dr. Bach wagt die Wette, dass für jeden, auch für Kenner, etwas Neues dabei sein wird.
Der Vortragende, Prof. Dr. Michael Bach, leitet an der Freiburger Universitäts-Augenklinik die "Sektion Funktionelle Sehforschung". Nach dem Studium (Physik, sowie etwas Psychologie, Informatik und Musikwissenschaft) wandte er sich zunächst der experimentellen Hirnforschung zu, um dann im Elektrophysiologischen Labor der Augenklinik sowohl Patienten mit seltenen Augenerkrankungen zu untersuchen ("EKG des Auges") als auch Forschungsthemen zu verfolgen. Mit einem interdisziplinären Ansatz gehört er auf seinem Gebiet zur internationalen Forschungsspitze und ist Präsident der "International Society for Clinical Electrophysiology of Vision". Seine Internet-Seiten über optische Täuschungen sind inzwischen äußerst populär.
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