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Geschichte

Vor etwa 100 Jahren wurde in Jena der erste Planetariumsprojektor gebaut. Seit 1975 strahlen auch in Freiburg künstliche Sterne in einer Planetariumskuppel.


Erster Planetariumsprojektor der Firma Carl-Zeiss von Walther Bauersfeld (1923).
Erster Planetariumsprojektor der Firma Carl-Zeiss von Walther Bauersfeld (1923).

Planetarium Freiburg (1975–2002)

Dass seit vielen Jahren auch Freiburg auf der Liste der Planetariumsstädte steht, verdankt die Stadt dem Gewerbeschullehrer Richard Fehrenbach. Ab 1959 bauten er und einige Kollegen in ihrer Freizeit unermüdlich Zahnräder, Lampen, Linsen, Elektromotoren und Schleifringe zu ihrem eigenen Planetariumsprojektor zusammen. Und am 14. März 1975 war es dann endlich so weit: Auf dem Dach der Richard-Fehrenbach-Gewerbeschule an der Friedrichstraße wurde das erste baden-württembergische Nachkriegsplanetarium eröffnet. Bis zu 80 Personen drängten sich in der engen Kuppel.

Nach rund 10.000 Vorführungen, in denen der Projektor oft bis an die Grenzen seiner Zahnräder belastet worden war, seine Linsen immer trüber wurden und sein Mond und seine Planeten immer stärker wackelten, wurde er am 12. März 2002 in den wohlverdienten Projektorenruhestand verabschiedet.


Otto Wöhrbach

Die Geschichte des Freiburger Planetariums ist eng verbunden mit Otto Wöhrbach, der das Planetarium von 1983 bis 2016 geleitet und geprägt hat. Seine sorgfältig produzierten und pädagogisch durchdachten Programme begeisterten das Publikum. Er war es auch, der Umwelt- und Gesellschaftsthemen mit den klassischen Planetariumsthemen verknüpfte und so einen neuen Blick auf die Erde und uns selbst ermöglichte.


Sternprojektor Starmaster
Sternprojektor Starmaster

Allgemeine Planetariumsgeschichte

Die Geschichte des modernen Planetariums begann um 1920 in Jena. Walther Bauersfeld, Ingenieur bei der Firma Carl Zeiss, konstruierte und baute den ersten Planetariumsprojektor („Modell I“). Das erste Planetarium der Welt eröffnete 1925 im Deutschen Museum in München.

Und bald staunten die Menschen auch in vielen anderen Städten über das „Wunder aus Jena“, die Planetariumsprojektoren der Carl-Zeiss-Werke, und über den naturgetreuen Sternhimmel, den sie in die Planetariumskuppeln strahlen konnten. Heute besuchen jährlich viele Millionen Menschen eines der weit über 1.000 Planetarien, die es mittlerweile weltweit gibt.


Der Direktor der Kopenhagener Sternwarte schwärmte

"Nie ist ein Anschauungsmittel geschaffen worden, das so instruktiv wie dieses wäre, nie eins, das mehr bezaubernd gewirkt hätte, nie eins, das im selben Grade wie dieses sich an alle wendet. Es ist Schule, Theater, Film auf einmal, ein Schulsaal unter dem Gewölbe des Himmels, und ein Schauspiel, wo die Himmelskörper Akteure sind. Das Resultat: das schönste Kunstwerk."



Planetariumsprojektor erbaut von Richard Fehrenbach.
Planetariumsprojektor erbaut von Richard Fehrenbach.

Planetarium Freiburg (2002–heute)

Seit Dezember 2002 strahlen die Sterne noch brillanter am Freiburger Planetariumshimmel. Dafür sorgt der Planetariumsprojektor "Starmaster" der Firma Carl Zeiss. Der Umzug ins Hauptbahnhofsgebäude bescherte Freiburg auch eine neue Planetariumskuppel von 13 m Durchmesser, in der 140 Personen Platz finden. Am neuen Ort sind die Möglichkeiten und das Programmangebot vielfältiger als je zuvor. Der von Richard Fehrenbach gebaute Projektor wird auch weiterhin in Ehren gehalten – er kann noch im Eingangsbereich bewundert werden.

Seit 2013 erweitert das 360°-Fulldome-Videoprojektionssystems das Besuchserlebnis. Bei atemberaubenden Reisen durch Raum und Zeit tauchen sie ein in den Kosmos und seine Geschichte. So ist auch 100 Jahre nach Bauersfeld die Aufgabe eines Planetariums nach wie vor dieselbe: Jung und alt unser wachsendes Wissen über den Aufbau und die Geschichte des Kosmos zu vermitteln und ihnen die Augen zu öffnen für die Wunder des Weltalls, in dem wir leben.