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Sternbild des Monats

Hier erfahren Sie einige interessante Fakten über das Sternbild des Monats. In unserem live-moderierten Programm "Sternhimmel des Monats" lernen Sie die Hintergründe kennen und werden über aktuelle Ereignisse am Freiburger Himmel informiert.


Sternbild Stier

Sternbild Stier
Plejaden (links) und Krabbennebel (rechts). Bilder: NASA/ESA Hubble Space Telescope.
Plejaden (links) und Krabbennebel (rechts). Bilder: NASA/ESA Hubble Space Telescope.

Sternhimmel des Monats

Für Wissbegierige, die den Sternenhimmel mit seinen 88 Sternbildern sowie die Positionen von Sonne, Mond und Planeten genauer kennen lernen wollen, bieten wir mit unserem Programm Sternhimmel des Monats an jedem ersten Montag eines Monats in einer Sondervorführung einen ausführlichen Überblick über den in diesem Monat sichtbaren Sternhimmel.


Stier

Der Stier ist eines der schönsten Sternbilder am Himmel. Sein heller und gelblich-orange leuchtender Hauptstern Aldebaran markiert das Auge. Etliche schwächere Sterne westlich von Aldebaran, die wie ein »V« angeordnet sind, stellen den Kopf dar. Ein Stück östlich von Aldebaran stehen zwei hellere Sterne für die Hörner des Stiers. Der obere der beiden wird auch dem Sternbild Fuhrmann zugerechnet. Zusammen mit weiteren auffälligen Sternbildern des Herbst- und Wintersternhimmels (Fuhrmann, Orion, Zwillinge, Großer und Kleiner Hund) bildet der Stier ein eindrucksvolles Ensemble.

In der griechischen Mythologie verwandelte sich Göttervater Zeus in einen weißen Stier, um sich unerkannt der schönen phönizischen Königstochter Europa zu nähern. Europa ritt auf dem Stier übers Meer nach Westen. Der Kontinent, den sie schließlich erreichten, wurde nach ihr benannt. In der Tat war die phönizische Kultur eine wichtige Wegbereiterin für die griechisch-römische Kultur, worauf diese Sage anspielt.

Astrophysikalisch liegen interessante und wichtige Objekte im Sternbild Stier. Die Sterne des Stierkopfs (außer Aldebaran) bilden einen Sternhaufen, die Hyaden. Er ist etwa 153 Lichtjahre von der Erde entfernt. Etwas höher nordwestlich steht ein weiterer, noch auffälligerer Sternhaufen, die Plejaden oder das Siebengestirn. Mit bloßem Auge sieht man bis zu neun Sterne, im Fernglas sehr viel mehr. Auf Fotografien werden noch Staubschwaden sichtbar, die von den Sternen angeleuchtet werden. Die Hyaden- und Plejadensterne sind noch »jung« (625 Mio bzw. 100 Mio Jahre alt). Wie man schon an der unterschiedlichen Größe der Haufen am Himmel erkennen kann, sind die Plejaden mit 440 Lichtjahren weiter entfernt als die Hyaden. Die Plejaden markieren einen der wichtigsten Meilensteine für die Messung der Entfernungen zu anderen Sternhaufen.

In der Nähe des unteren Stierhorns findet man mit einem Fernrohr ein Nebelfleckchen (»Krabben-Nebel«, M 1), das es in sich hat. Es ist die Explosionswolke einer im Jahr 1054 beobachteten Supernova-Explosion eines schweren Sterns. Die übrig gebliebene Sternleiche ist ein extrem kompakter Neutronenstern, der in sehr schneller Folge Radiopulse aussendet (Pulsar).