Planetarium Freiburg


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Sternbild des Monats


Jungfrau

Im April vollzieht sich am Himmel endgültig der Wechsel von den Wintersternbildern zu den Frühlingssternbildern. Die Nächte werden schnell kürzer, die Wintersternbilder verschwinden immer mehr in der Abenddämmerung. Halbhoch im Süden stehen zu Beginn der Nacht zwei berühmte Frühlingssternbilder: Löwe und Jungfrau. Letztere wollen wir Ihnen heute vorstellen.

Viele Kulturkreise haben in den Sternen, die unser heutiges Sternbild Jungfrau bilden, ein Symbol der Fruchtbarkeit gesehen. Die alten Griechen erkannten hier manchmal Persephone, die Tochter der Getreide- und Fruchtbarkeitsgöttin Demeter und des Göttervaters Zeus. In bildlichen Darstellungen alter Sternatlanten hält die Jungfrau eine Kornähre in der Hand – eine Anspielung auf den hellsten Stern, dessen Name „Spica“ Kornähre bedeutet.

Das Licht von Spica erscheint weißlich-bläulich und bietet einen auffälligen Farbkontrast zum gelblich-orange leuchtenden Arktur, dem höher stehenden Hauptstern im Sternbild Bärenhüter (zwischen dem Großen Wagen und der Jungfrau). Der Farbunterschied rührt von den unterschiedlichen Temperaturen an der Oberfläche der Sterne her: Arktur ist mit rund 4 300 Grad Oberflächentemperatur ein vergleichsweise „kühler“ Stern, während Spica mit etwa 22 000 Grad an ihrer Oberfläche wesentlich heißer als die Sonne ist (6 000 Grad). Gegen die etwa 250 Lichtjahre entfernte Spica ist unsere Sonne nur eine schwach glimmende Funzel: Spica strahlt rund 13 000 mal mehr Energie ab als die Sonne.


Sternbild Jungfrau

Nichts ist so versöhnlich wie

der Blick in den Sternenhimmel.

© Erwin Koch (*1932), deutscher Aphoristiker