Oder: Ein Besuch im Deutschen Museum in München und seine Folgen
Im Frühjahr 1959 besucht der Maschinenbauingenieur Richard Fehrenbach das Deutsche Museum in München. Dort bewundert er den Zeiss-Planetariumsprojektor, dessen Ursprungsmodell 1923 von Prof. Dr. Walter Bauersfeld in Jena konstruiert wurde. Fehrenbach ist überwältigt von diesem technischen Wunderwerk und dem künstlichen Sternhimmel, den es in die Kuppel strahlt. Der Gedanke, selbst einen solchen Sternprojektor zu entwickeln, zu berechnen, zu konstruieren, lässt ihn nicht mehr los. Unermüdlich arbeitet er ein detailliertes Konzept aus. Fehrenbach leitet als Studiendirektor die Fachabteilung Metall an der Gewerbeschule II in Freiburg. 1962 stellt er sein Projekt seinem Schuldirektor Liebler vor: Auf dem Dach der Gewerbeschule, die damals an der Friedrichstraße 51 gerade neu gebaut wurde, soll ein in den schuleigenen Werkstätten gebautes Planetarium als „astronomisch-wissenschaftliche und doch volkstümliche Bildungsstätte“ [1] errichtet werden. Liebler stimmt schließlich zu: „Also, lieber Fehrenbach, dann bauen Sie halt Ihr Apparätle!“; auch sein Nachfolger Huber fördert das Vorhaben wohlwollend.
[1] Das Freiburger Planetarium, Festschrift zur Eröffnung, Hrsg. Direktion der Gewerbeschule II Freiburg i. Br., März 1975
Ab Sommer 1962 beginnt die Umsetzung. Es ist eine Herkulesaufgabe, die Fehrenbach zusammen mit einigen technischen Oberlehrern – insbesondere mit Hans Wolf –, „talentierten Schülern“ und mit Hilfe der Werkstätten des Physikalischen Instituts der Universität anpackt. Auch das Oberschulamt ist eingebunden. Nach gut 12 Jahren und mehr als 20 000 Arbeitsstunden wird das in dieser Form weltweit einmalige Planetarium am 14. März 1975 schließlich eröffnet – als erstes Planetarium in Baden-Württemberg nach dem 2. Weltkrieg und fast genau 50 Jahre, nachdem das weltweit erste Planetarium in München seinen Betrieb aufnahm.
Der Fehrenbachsche Projektor begeistert die bis zu 80 Besucherinnen und Besucher unter der 10 m-Kuppel. Die Bewegungen von Sonne, Mond, Planeten und Sternen am Himmel lassen sich für jeden Ort auf der Erde dank genialer Zahnradgetriebe und Optiken wirklichkeitsgetreu an der Planetariumskuppel darstellen. Wie schon bei den astronomischen Uhren etwa in Straßburg oder Prag setzt ein komplexes Zahnräderwerk die kosmischen Gesetze um. Die Welt funktioniert wie ein Uhrwerk. Der optomechanische Projektor ist sozusagen eine Weltmaschine, die das mechanistische Weltbild vergangener Jahrhunderte widerspiegelt.
Im Frühjahr 1959 besucht der Maschinenbauingenieur Richard Fehrenbach das Deutsche Museum in München. Dort bewundert er den Zeiss-Planetariumsprojektor, dessen Ursprungsmodell 1923 von Prof. Dr. Walter Bauersfeld in Jena konstruiert wurde. Fehrenbach ist überwältigt von diesem technischen Wunderwerk und dem künstlichen Sternhimmel, den es in die Kuppel strahlt. Der Gedanke, selbst einen solchen Sternprojektor zu entwickeln, zu berechnen, zu konstruieren, lässt ihn nicht mehr los. Unermüdlich arbeitet er ein detailliertes Konzept aus. Fehrenbach leitet als Studiendirektor die Fachabteilung Metall an der Gewerbeschule II in Freiburg. 1962 stellt er sein Projekt seinem Schuldirektor Liebler vor: Auf dem Dach der Gewerbeschule, die damals an der Friedrichstraße 51 gerade neu gebaut wurde, soll ein in den schuleigenen Werkstätten gebautes Planetarium als „astronomisch-wissenschaftliche und doch volkstümliche Bildungsstätte“ [1] errichtet werden. Liebler stimmt schließlich zu: „Also, lieber Fehrenbach, dann bauen Sie halt Ihr Apparätle!“; auch sein Nachfolger Huber fördert das Vorhaben wohlwollend.
[1] Das Freiburger Planetarium, Festschrift zur Eröffnung, Hrsg. Direktion der Gewerbeschule II Freiburg i. Br., März 1975
Ab Sommer 1962 beginnt die Umsetzung. Es ist eine Herkulesaufgabe, die Fehrenbach zusammen mit einigen technischen Oberlehrern – insbesondere mit Hans Wolf –, „talentierten Schülern“ und mit Hilfe der Werkstätten des Physikalischen Instituts der Universität anpackt. Auch das Oberschulamt ist eingebunden. Nach gut 12 Jahren und mehr als 20 000 Arbeitsstunden wird das in dieser Form weltweit einmalige Planetarium am 14. März 1975 schließlich eröffnet – als erstes Planetarium in Baden-Württemberg nach dem 2. Weltkrieg und fast genau 50 Jahre, nachdem das weltweit erste Planetarium in München seinen Betrieb aufnahm.
Der Fehrenbachsche Projektor begeistert die bis zu 80 Besucherinnen und Besucher unter der 10 m-Kuppel. Die Bewegungen von Sonne, Mond, Planeten und Sternen am Himmel lassen sich für jeden Ort auf der Erde dank genialer Zahnradgetriebe und Optiken wirklichkeitsgetreu an der Planetariumskuppel darstellen. Wie schon bei den astronomischen Uhren etwa in Straßburg oder Prag setzt ein komplexes Zahnräderwerk die kosmischen Gesetze um. Die Welt funktioniert wie ein Uhrwerk. Der optomechanische Projektor ist sozusagen eine Weltmaschine, die das mechanistische Weltbild vergangener Jahrhunderte widerspiegelt.
Leider kann Richard Fehrenbach die Früchte seiner mühevollen Arbeit nicht lange genießen. Viel zu früh stirbt er bereits 1976 mit 56 Jahren an einer heimtückischen Krankheit. Wie kann es jetzt weitergehen? Herr Dipl.-Phys. Rolf Weidemann, der an der Gewerbeschule unterrichtet, arbeitet sich mit drei technischen Lehren in die Planetariumstechnik ein und wird ehrenamtlicher Leiter. Nach neunmonatiger Pause kann der Vorführungsbetrieb wieder starten. Offiziell wird das Planetarium und eine Dauerausstellung 1978 feierlich (wieder-)eröffnet. Weidemann zeigt neben Live-Vorführungen erste Multimedia-Programme, die er mit der damals verfügbaren Technik (Tonband, Diaprojektoren in Überblendtechnik) selbst produziert. Auf Weidemanns Initiative schafft die Stadt Freiburg eine hauptamtliche Leiterstelle, auf die 1983 der Gymnasiallehrer Otto Wöhrbach berufen wird.
Wöhrbach entwickelt das Freiburger Planetarium technisch und inhaltlich entscheidend weiter. Er legt großen Wert darauf, dass im Planetarium nicht nur astronomische Sachverhalte wie etwa die Entstehung von Finsternissen erklärt, sondern dass Geschichten erzählt werden, vornehmlich „die größte Geschichte der Welt, nämlich die Geschichte der Welt selber“, wie er zu sagen pflegt. Diese größte Geschichte hat viele Unterkapitel: den Anfang des Universums im sogenannten Urknall, die Entstehung von Strukturen wie Galaxien, Sternen, Planeten, die chemische Evolution des Kosmos („wir sind aus Sternenstaub“), die biologische Evolution hier auf der Erde und möglicherweise anderswo im Kosmos, das menschliche Selbstverständnis in diesem riesigen, sich entwickelnden Kosmos, die Zukunft des Universums, um nur einige zu nennen. Bei der Beschäftigung mit dem Kosmos und seiner Geschichte wird schnell klar, dass die Erde ein außergewöhnlicher Ort ist, der sich zu einer zerbrechlichen „Oase des Lebens“ entwickelt hat. „In den menschlichen Gehirnen hat sich der Sternenstaub so organisiert, dass wir nicht nur über uns selbst, sondern über den ganzen Kosmos nachdenken können“, so drückt Wöhrbach es gerne aus. Folgerichtig thematisiert er bereits in den 1980er- und 90er-Jahren ökologische Probleme aus kosmischer Perspektive im Planetarium, lange bevor andere das tun. Hier seien stellvertretend nur einige Programmtitel genannt:
- „Der Blaue Planet“ (1986)
- „Treibhauseffekt, Ozonloch – ein Planet wird gebraten“ (1988)
- „Der Wasser-Planet“ (1990)
- „Das Raumschiff ist voll“ (1992)
- „Das Klimaexperiment: Nach uns die Sintflut“ (1994)
- „Oasis, der blaue Planet“ (2000)
- ...
Für solchermaßen anspruchsvolle Produktionen reicht es nicht, einen schönen Sternenhimmel zu zeigen. Bald schon ergänzen immer mehr Diaprojektoren für Bildeinblendungen, Panorama- und kuppelfüllende Allsky-Darstellungen, Effektprojektoren für Kometen, Doppelsterne, Polarlichter, etc. und schließlich sogar Film- und Videoprojektoren die technischen Möglichkeiten. Für den guten Sound sorgt ein Achtkanal-Tonbandgerät (5 Kanäle für Sprache und Musik in Stereoqualität, 3 Kanäle zur automatischen Steuerung der meisten Diaprojektoren). Die Produktionen werden immer aufwändiger, Musik ist nicht nur Untermalung, sondern dramaturgisches Mittel. Das ist für eine Person plus eine halbe Verwaltungskraft auf die Dauer nicht zu stemmen. Der Gymnasiallehrer Jürgen Gruber erweitert ab 1985 als stellvertretender Leiter das kleine Team und baut die zunehmend komplexere Technik im Lauf der Jahre weiter aus, programmiert sie und hält sie am Laufen. Außerdem erstellt er mit allmählich leistungsfähiger werdenden Computern hochwertige Medien wie Dias und Videos, konzipiert Schulvorführungen für verschiedene Schularten und Altersstufen und führt einen Teil der Vorführungen durch.
Leider kann Richard Fehrenbach die Früchte seiner mühevollen Arbeit nicht lange genießen. Viel zu früh stirbt er bereits 1976 mit 56 Jahren an einer heimtückischen Krankheit. Wie kann es jetzt weitergehen? Herr Dipl.-Phys. Rolf Weidemann, der an der Gewerbeschule unterrichtet, arbeitet sich mit drei technischen Lehren in die Planetariumstechnik ein und wird ehrenamtlicher Leiter. Nach neunmonatiger Pause kann der Vorführungsbetrieb wieder starten. Offiziell wird das Planetarium und eine Dauerausstellung 1978 feierlich (wieder-)eröffnet. Weidemann zeigt neben Live-Vorführungen erste Multimedia-Programme, die er mit der damals verfügbaren Technik (Tonband, Diaprojektoren in Überblendtechnik) selbst produziert. Auf Weidemanns Initiative schafft die Stadt Freiburg eine hauptamtliche Leiterstelle, auf die 1983 der Gymnasiallehrer Otto Wöhrbach berufen wird.
Wöhrbach entwickelt das Freiburger Planetarium technisch und inhaltlich entscheidend weiter. Er legt großen Wert darauf, dass im Planetarium nicht nur astronomische Sachverhalte wie etwa die Entstehung von Finsternissen erklärt, sondern dass Geschichten erzählt werden, vornehmlich „die größte Geschichte der Welt, nämlich die Geschichte der Welt selber“, wie er zu sagen pflegt. Diese größte Geschichte hat viele Unterkapitel: den Anfang des Universums im sogenannten Urknall, die Entstehung von Strukturen wie Galaxien, Sternen, Planeten, die chemische Evolution des Kosmos („wir sind aus Sternenstaub“), die biologische Evolution hier auf der Erde und möglicherweise anderswo im Kosmos, das menschliche Selbstverständnis in diesem riesigen, sich entwickelnden Kosmos, die Zukunft des Universums, um nur einige zu nennen. Bei der Beschäftigung mit dem Kosmos und seiner Geschichte wird schnell klar, dass die Erde ein außergewöhnlicher Ort ist, der sich zu einer zerbrechlichen „Oase des Lebens“ entwickelt hat. „In den menschlichen Gehirnen hat sich der Sternenstaub so organisiert, dass wir nicht nur über uns selbst, sondern über den ganzen Kosmos nachdenken können“, so drückt Wöhrbach es gerne aus. Folgerichtig thematisiert er bereits in den 1980er- und 90er-Jahren ökologische Probleme aus kosmischer Perspektive im Planetarium, lange bevor andere das tun. Hier seien stellvertretend nur einige Programmtitel genannt:
- „Der Blaue Planet“ (1986)
- „Treibhauseffekt, Ozonloch – ein Planet wird gebraten“ (1988)
- „Der Wasser-Planet“ (1990)
- „Das Raumschiff ist voll“ (1992)
- „Das Klimaexperiment: Nach uns die Sintflut“ (1994)
- „Oasis, der blaue Planet“ (2000)
- ...
Für solchermaßen anspruchsvolle Produktionen reicht es nicht, einen schönen Sternenhimmel zu zeigen. Bald schon ergänzen immer mehr Diaprojektoren für Bildeinblendungen, Panorama- und kuppelfüllende Allsky-Darstellungen, Effektprojektoren für Kometen, Doppelsterne, Polarlichter, etc. und schließlich sogar Film- und Videoprojektoren die technischen Möglichkeiten. Für den guten Sound sorgt ein Achtkanal-Tonbandgerät (5 Kanäle für Sprache und Musik in Stereoqualität, 3 Kanäle zur automatischen Steuerung der meisten Diaprojektoren). Die Produktionen werden immer aufwändiger, Musik ist nicht nur Untermalung, sondern dramaturgisches Mittel. Das ist für eine Person plus eine halbe Verwaltungskraft auf die Dauer nicht zu stemmen. Der Gymnasiallehrer Jürgen Gruber erweitert ab 1985 als stellvertretender Leiter das kleine Team und baut die zunehmend komplexere Technik im Lauf der Jahre weiter aus, programmiert sie und hält sie am Laufen. Außerdem erstellt er mit allmählich leistungsfähiger werdenden Computern hochwertige Medien wie Dias und Videos, konzipiert Schulvorführungen für verschiedene Schularten und Altersstufen und führt einen Teil der Vorführungen durch.
Kurz vor der Jahrtausendwende bahnt sich eine ernste Krise an. Technische Probleme mit dem Planetariumsprojektor könnten das „Aus“ bedeuten: Die Zahnräder sind ausgeleiert, Bewegungen laufen ruckelig ab, die Linsen trüben ein, weil aggressiver Feinstaub einer Trockenbaumaßnahme das Glas angegriffen hat. Es gibt nun drei Möglichkeiten:
1. Das Planetarium schließt
2. es wird ein neuer Projektor beschafft und am alten Ort eingebaut
3. ein neues Planetarium wird an einem anderen Ort gebaut, z.B. als Teil eines Science Centers (angedacht als Projekt „X-World“)
Lange Zeit tut sich die Stadt Freiburg mit einer Entscheidung schwer, denn das Geld ist knapp – doch dann geht es plötzlich schnell: Der damalige Oberbürgermeister Böhme trifft Planetariumsleiter Wöhrbach zufällig auf dem Münstermarkt und teilt ihm mit, dass er eine Lösung habe, die die Stadt tragen könne. Sein Vorschlag: In der neu gebauten Bahnhofszeile sind geeignete Räumlichkeiten frei geworden, nachdem die Kinos des UFA-Palasts dort nach nur kurzer Betriebszeit ausgezogen sind. Um die Jahrtausendwende ist die Finanzsituation der Stadt Freiburg für kurze Zeit nicht gar so angespannt und so beschließt der Gemeinderat im September 2001 einstimmig den Umzug in die Bismarckallee mit Umbau der Räumlichkeiten, Anschaffung eines neues Planetariumsprojektors und Schaffung einer weiteren wissenschaftlich-pädagogischen Stelle. Der Astrophysiker Martin Federspiel, der schon als Student Ende der 1980er-Jahre aushilfsweise Vorführungen gemacht hat, wird nun festes Teammitglied.
Kurz vor der Jahrtausendwende bahnt sich eine ernste Krise an. Technische Probleme mit dem Planetariumsprojektor könnten das „Aus“ bedeuten: Die Zahnräder sind ausgeleiert, Bewegungen laufen ruckelig ab, die Linsen trüben ein, weil aggressiver Feinstaub einer Trockenbaumaßnahme das Glas angegriffen hat. Es gibt nun drei Möglichkeiten:
1. Das Planetarium schließt
2. es wird ein neuer Projektor beschafft und am alten Ort eingebaut
3. ein neues Planetarium wird an einem anderen Ort gebaut, z.B. als Teil eines Science Centers (angedacht als Projekt „X-World“)
Lange Zeit tut sich die Stadt Freiburg mit einer Entscheidung schwer, denn das Geld ist knapp – doch dann geht es plötzlich schnell: Der damalige Oberbürgermeister Böhme trifft Planetariumsleiter Wöhrbach zufällig auf dem Münstermarkt und teilt ihm mit, dass er eine Lösung habe, die die Stadt tragen könne. Sein Vorschlag: In der neu gebauten Bahnhofszeile sind geeignete Räumlichkeiten frei geworden, nachdem die Kinos des UFA-Palasts dort nach nur kurzer Betriebszeit ausgezogen sind. Um die Jahrtausendwende ist die Finanzsituation der Stadt Freiburg für kurze Zeit nicht gar so angespannt und so beschließt der Gemeinderat im September 2001 einstimmig den Umzug in die Bismarckallee mit Umbau der Räumlichkeiten, Anschaffung eines neues Planetariumsprojektors und Schaffung einer weiteren wissenschaftlich-pädagogischen Stelle. Der Astrophysiker Martin Federspiel, der schon als Student Ende der 1980er-Jahre aushilfsweise Vorführungen gemacht hat, wird nun festes Teammitglied.
Im Frühjahr 2002 geht der Fehrenbach-Projektor in den wohlverdienten Ruhestand. Wöhrbach und Gruber planen und überwachen mit Hochdruck mit der Bauleitung den Umbau im ehemaligen UFA-Kino. Schon im Dezember 2002 startet das neue Planetarium. Dort finden bis zu 140 Besucherinnen und Besucher unter der 13 m durchmessenden Kuppel Platz. Am neuen Ort können nun endlich auch Vorführungen an Wochenenden, an Feiertagen und in den Schulferien stattfinden. Herzstück ist der Starmaster-Projektor der Firma Zeiss, der knapp 9000 Sterne sowie Sonne, Mond und Planeten in brillanter Qualität am künstlichen Himmel erstrahlen lassen kann. Dieser Projektor ist vollgepackt mit innovativer Technik. Die Sterne werden zwar wie bisher durch winzige Löcher in Metallfolien erzeugt, die durch eine Lichtquelle im Inneren des Projektors beleuchtet werden. Insgesamt zwölf solcher Felder ergeben an die Kuppel projiziert den gesamten Sternhimmel. Neu ist aber, dass Glasfaserlichtleiter viel mehr Licht als bisher zu den Löchern bringen. Die Löcher können so sehr klein gehalten werden. Die künstlichen Sterne erscheinen dem bloßen Auge wie die natürlichen Sterne punktförmig und nicht mehr als kleine Scheibchen.
Im alten Planetariumsprojektor sorgten Zahnräder für die naturgetreue Bewegung der Himmelskörper. Im neuen Zeiss Starmaster-Projektor berechnet ein Computer die genauen Positionen von Sonne, Mond und Planeten zu jedem Zeitpunkt und steuert Schrittmotoren in den jeweiligen Projektoren, damit sie an der richtigen Stelle aufleuchten. So sind beliebige Zeitsprünge etwa von der Gegenwart zum „Stern von Bethlehem“ in Sekundenschnelle zu bewerkstelligen, was mit Zahnradgetrieben unmöglich war. Und: Die Planetenprojektoren sind frei programmierbar. Mit wenigen Befehlen kann etwa der Venus-Projektor eine Supernova-Explosion oder auch einen veränderlichen Stern darstellen.
Die rund 80 Dia- und Effektprojektoren sowie die sieben Röhrenvideoprojektoren machen den Umzug von der Gewerbeschule an den neuen Standort in der Bahnhofszeile mit. Doch auch sie kommen langsam in die Jahre und verursachen einen hohen Wartungsaufwand. Gott sei Dank unterstützen zunächst drei, später noch zwei technische Lehrer aus der Richard-Fehrenbach-Gewerbeschule das Planetariumsteam bei den technischen Arbeiten. Sie sind dafür mit jeweils zwei Wochenstunden an das Planetarium abgeordnet.
Durch technische Fortschritte in der Unterhaltungselektronik ändern sich die Sehgewohnheiten und entsprechend die Erwartungen der Menschen. Auch das Planetarium muss mit dieser Entwicklung Schritt halten, um dem Publikum ein einzigartiges Erlebnis zu bieten. In vielen Planetarien weltweit halten seit Anfang der 2000er-Jahre Ganzkuppel-Videoprojektionssysteme Einzug, bei denen Video-Sequenzen die ganze Kuppel ohne erkennbare Übergänge ausfüllen. Diese „Fulldome“-Technik bietet den Besucherinnen und Besuchern ein besonders immersives Erlebnis. Sie tauchen mitten ins Geschehen ein, etwa bei einem Raumflug durch das Planetensystem oder durch die Milchstraße. Auch der Sternhimmel, wie er von beliebigen Orten im Kosmos erscheint, lässt sich mit diesem System darstellen. Allerdings kommen die „Videosterne“ qualitativ nicht an die brillanteren, punktförmigen Sterne des Zeiss Starmaster heran.
Im Frühjahr 2002 geht der Fehrenbach-Projektor in den wohlverdienten Ruhestand. Wöhrbach und Gruber planen und überwachen mit Hochdruck mit der Bauleitung den Umbau im ehemaligen UFA-Kino. Schon im Dezember 2002 startet das neue Planetarium. Dort finden bis zu 140 Besucherinnen und Besucher unter der 13 m durchmessenden Kuppel Platz. Am neuen Ort können nun endlich auch Vorführungen an Wochenenden, an Feiertagen und in den Schulferien stattfinden. Herzstück ist der Starmaster-Projektor der Firma Zeiss, der knapp 9000 Sterne sowie Sonne, Mond und Planeten in brillanter Qualität am künstlichen Himmel erstrahlen lassen kann. Dieser Projektor ist vollgepackt mit innovativer Technik. Die Sterne werden zwar wie bisher durch winzige Löcher in Metallfolien erzeugt, die durch eine Lichtquelle im Inneren des Projektors beleuchtet werden. Insgesamt zwölf solcher Felder ergeben an die Kuppel projiziert den gesamten Sternhimmel. Neu ist aber, dass Glasfaserlichtleiter viel mehr Licht als bisher zu den Löchern bringen. Die Löcher können so sehr klein gehalten werden. Die künstlichen Sterne erscheinen dem bloßen Auge wie die natürlichen Sterne punktförmig und nicht mehr als kleine Scheibchen.
Im alten Planetariumsprojektor sorgten Zahnräder für die naturgetreue Bewegung der Himmelskörper. Im neuen Zeiss Starmaster-Projektor berechnet ein Computer die genauen Positionen von Sonne, Mond und Planeten zu jedem Zeitpunkt und steuert Schrittmotoren in den jeweiligen Projektoren, damit sie an der richtigen Stelle aufleuchten. So sind beliebige Zeitsprünge etwa von der Gegenwart zum „Stern von Bethlehem“ in Sekundenschnelle zu bewerkstelligen, was mit Zahnradgetrieben unmöglich war. Und: Die Planetenprojektoren sind frei programmierbar. Mit wenigen Befehlen kann etwa der Venus-Projektor eine Supernova-Explosion oder auch einen veränderlichen Stern darstellen.
Die rund 80 Dia- und Effektprojektoren sowie die sieben Röhrenvideoprojektoren machen den Umzug von der Gewerbeschule an den neuen Standort in der Bahnhofszeile mit. Doch auch sie kommen langsam in die Jahre und verursachen einen hohen Wartungsaufwand. Gott sei Dank unterstützen zunächst drei, später noch zwei technische Lehrer aus der Richard-Fehrenbach-Gewerbeschule das Planetariumsteam bei den technischen Arbeiten. Sie sind dafür mit jeweils zwei Wochenstunden an das Planetarium abgeordnet.
Durch technische Fortschritte in der Unterhaltungselektronik ändern sich die Sehgewohnheiten und entsprechend die Erwartungen der Menschen. Auch das Planetarium muss mit dieser Entwicklung Schritt halten, um dem Publikum ein einzigartiges Erlebnis zu bieten. In vielen Planetarien weltweit halten seit Anfang der 2000er-Jahre Ganzkuppel-Videoprojektionssysteme Einzug, bei denen Video-Sequenzen die ganze Kuppel ohne erkennbare Übergänge ausfüllen. Diese „Fulldome“-Technik bietet den Besucherinnen und Besuchern ein besonders immersives Erlebnis. Sie tauchen mitten ins Geschehen ein, etwa bei einem Raumflug durch das Planetensystem oder durch die Milchstraße. Auch der Sternhimmel, wie er von beliebigen Orten im Kosmos erscheint, lässt sich mit diesem System darstellen. Allerdings kommen die „Videosterne“ qualitativ nicht an die brillanteren, punktförmigen Sterne des Zeiss Starmaster heran.
2013 ist es schließlich auch in Freiburg soweit. Ein Fulldome-Videosystem der Firma SkySkan ersetzt all die Dia-, Video- und Effektprojektoren und ergänzt den Sternhimmel des Zeiss Starmaster-Projektors. Je nachdem, was gerade gezeigt werden soll, ist das eine oder das andere Projektionssystem im Einsatz. Manchmal werden auch beide gleichzeitig benutzt, was ein paar technischer Tricks bedarf, da die Systeme unterschiedlicher Hersteller nicht von Haus aus zusammenarbeiten. Damit ist die technische Ausstattung des Freiburger Planetariums auf der Höhe der Zeit. Um das Videoprojektionssystem mit ansprechenden Inhalten zu füttern und die stetig zunehmende Zahl von Rechnern zu betreuen, ist das Planetariumsteam um den Medienproduzenten und Techniker Benjamin Waller sowie um die Stelle eines Grafikdesigners gewachsen, auf der im Laufe der Zeit verschiedene Personen arbeiten.
2016 geht Planetariumsleiter Otto Wöhrbach nach 33 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand. Seinem breiten Wissen, seinen pädagogischen Fähigkeiten und seiner Hartnäckigkeit verdankt Freiburg, dass es ein in der Freiburger Kultur- und Bildungslandschaft gut verankertes, gut ausgestattetes Planetarium mit attraktivem Programmangebot hat.
Von Wöhrbach übernimmt Thomas Presper den Leiterstab. Der promovierte Geowissenschaftler setzt neue Akzente mit Themen aus der Planetologie, etwa über den Mond, den Mars, die Erde und die Venus (in Vorbereitung). Er führt auch mehr live vorgetragene Elemente im öffentlichen Programm ein. Die Planetariumstechnik wird fortlaufend aktualisiert: LED-Lichtquellen und neue Antriebe für den Zeiss-Starmaster, neue Beamer und Rechner für die Videoprojektion, neuer Kuppelanstrich, neue Bestuhlung, neue Software für die Videoprojektion (in Planung).
2018 verabschiedet sich auch Jürgen Gruber als stellvertretender Leiter in den Ruhestand. Er hat sowohl in der Ära der Diaprojektoren als auch für die Videoprojektion zahlreiche Bilder, Graphiken und Filme erstellt, die die Programme entscheidend bereichert haben. Er war es, der die vielfältige und komplexe Planetariumstechnik über Jahrzehnte am Laufen hielt. Fortan übernimmt Federspiel die Funktion des stellvertretenden Leiters.
Der Gymnasiallehrer Martin Piscosquito komplettiert seit 2019 das Team als pädagogischer Mitarbeiter und widmet sich zusammen mit Federspiel insbesondere dem Schulprogramm.
Das Freiburger Planetarium begreift sich als Bildungseinrichtung, bei der die Inhalte verständlich und unterhaltsam dargeboten werden („Edutainment“). Etwa die Hälfte aller öffentlich gezeigten Planetariumsshows produziert das Team selber; die andere Hälfte ist von anderen Planetarien oder Produktionsfirmen angekauft. Bei Schulvorführungen bewähren sich ganz überwiegend Live-Programme, die das Team für verschiedene Altersgruppen und Schularten selbst konzipiert.
Die Geschichte des Freiburger Planetariums, die mit einem Museumsbesuch begann, ist längst eine Erfolgsgeschichte geworden, wie jährlich etwa 70 000 Besucherinnen und Besucher belegen. Etwa ein Drittel davon sind Schülerinnen und Schüler, die laut Bildungsplänen im normalen Schulunterricht nur noch sehr selten mit astronomischen Inhalten in Berührung kommen. Ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene: Sie sind fasziniert vom Kosmos und seiner Geschichte und fragen sich wie die Menschen seit Urzeiten, welchen Platz sie selbst auf der vergleichsweise winzigen Erde in diesem unermesslichen Weltall haben. Und so ist die Hauptaufgabe des Planetariums bis heute immer die gleiche geblieben: Faszination und Staunen über den Kosmos und seine Geheimnisse zu wecken und einen Beitrag nicht nur zum naturwissenschaftlichen Weltbild der Menschen zu leisten. Möge das auch in Zukunft im Freiburger Planetarium gelingen!
2013 ist es schließlich auch in Freiburg soweit. Ein Fulldome-Videosystem der Firma SkySkan ersetzt all die Dia-, Video- und Effektprojektoren und ergänzt den Sternhimmel des Zeiss Starmaster-Projektors. Je nachdem, was gerade gezeigt werden soll, ist das eine oder das andere Projektionssystem im Einsatz. Manchmal werden auch beide gleichzeitig benutzt, was ein paar technischer Tricks bedarf, da die Systeme unterschiedlicher Hersteller nicht von Haus aus zusammenarbeiten. Damit ist die technische Ausstattung des Freiburger Planetariums auf der Höhe der Zeit. Um das Videoprojektionssystem mit ansprechenden Inhalten zu füttern und die stetig zunehmende Zahl von Rechnern zu betreuen, ist das Planetariumsteam um den Medienproduzenten und Techniker Benjamin Waller sowie um die Stelle eines Grafikdesigners gewachsen, auf der im Laufe der Zeit verschiedene Personen arbeiten.
2016 geht Planetariumsleiter Otto Wöhrbach nach 33 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand. Seinem breiten Wissen, seinen pädagogischen Fähigkeiten und seiner Hartnäckigkeit verdankt Freiburg, dass es ein in der Freiburger Kultur- und Bildungslandschaft gut verankertes, gut ausgestattetes Planetarium mit attraktivem Programmangebot hat.
Von Wöhrbach übernimmt Thomas Presper den Leiterstab. Der promovierte Geowissenschaftler setzt neue Akzente mit Themen aus der Planetologie, etwa über den Mond, den Mars, die Erde und die Venus (in Vorbereitung). Er führt auch mehr live vorgetragene Elemente im öffentlichen Programm ein. Die Planetariumstechnik wird fortlaufend aktualisiert: LED-Lichtquellen und neue Antriebe für den Zeiss-Starmaster, neue Beamer und Rechner für die Videoprojektion, neuer Kuppelanstrich, neue Bestuhlung, neue Software für die Videoprojektion (in Planung).
2018 verabschiedet sich auch Jürgen Gruber als stellvertretender Leiter in den Ruhestand. Er hat sowohl in der Ära der Diaprojektoren als auch für die Videoprojektion zahlreiche Bilder, Graphiken und Filme erstellt, die die Programme entscheidend bereichert haben. Er war es, der die vielfältige und komplexe Planetariumstechnik über Jahrzehnte am Laufen hielt. Fortan übernimmt Federspiel die Funktion des stellvertretenden Leiters.
Der Gymnasiallehrer Martin Piscosquito komplettiert seit 2019 das Team als pädagogischer Mitarbeiter und widmet sich zusammen mit Federspiel insbesondere dem Schulprogramm.
Das Freiburger Planetarium begreift sich als Bildungseinrichtung, bei der die Inhalte verständlich und unterhaltsam dargeboten werden („Edutainment“). Etwa die Hälfte aller öffentlich gezeigten Planetariumsshows produziert das Team selber; die andere Hälfte ist von anderen Planetarien oder Produktionsfirmen angekauft. Bei Schulvorführungen bewähren sich ganz überwiegend Live-Programme, die das Team für verschiedene Altersgruppen und Schularten selbst konzipiert.
Die Geschichte des Freiburger Planetariums, die mit einem Museumsbesuch begann, ist längst eine Erfolgsgeschichte geworden, wie jährlich etwa 70 000 Besucherinnen und Besucher belegen. Etwa ein Drittel davon sind Schülerinnen und Schüler, die laut Bildungsplänen im normalen Schulunterricht nur noch sehr selten mit astronomischen Inhalten in Berührung kommen. Ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene: Sie sind fasziniert vom Kosmos und seiner Geschichte und fragen sich wie die Menschen seit Urzeiten, welchen Platz sie selbst auf der vergleichsweise winzigen Erde in diesem unermesslichen Weltall haben. Und so ist die Hauptaufgabe des Planetariums bis heute immer die gleiche geblieben: Faszination und Staunen über den Kosmos und seine Geheimnisse zu wecken und einen Beitrag nicht nur zum naturwissenschaftlichen Weltbild der Menschen zu leisten. Möge das auch in Zukunft im Freiburger Planetarium gelingen!
verfasst von Dr. Martin Federspiel