In aller Kürze
„Wo Licht ist, da ist auch Schatten“, lautet eine bekannte Redewendung. Das ist besonders eindrücklich bei Finsternissen zu beobachten. Die nächste konkrete Gelegenheit, so ein kosmisches Licht- und Schattenspiel selbst mitzuerleben, besteht bei der in Deutschland teilweisen Sonnenfinsternis am Abend des 12. August 2026, bei der der Mond im deutschen Sprachraum bis zu 91% der Sonnenscheibe abdeckt. In Teilen Spaniens kann man sogar beobachten, dass die Sonne total verfinstert wird.
In aller Kürze
„Wo Licht ist, da ist auch Schatten“, lautet eine bekannte Redewendung. Das ist besonders eindrücklich bei Finsternissen zu beobachten. Die nächste konkrete Gelegenheit, so ein kosmisches Licht- und Schattenspiel selbst mitzuerleben, besteht bei der in Deutschland teilweisen Sonnenfinsternis am Abend des 12. August 2026, bei der der Mond im deutschen Sprachraum bis zu 91% der Sonnenscheibe abdeckt. In Teilen Spaniens kann man sogar beobachten, dass die Sonne total verfinstert wird.
Erde und Mond werden von der Sonne beschienen. Beide werfen deshalb einen Schatten ins Weltall. Der Mond zieht auf einer fast kreisförmigen Bahn um die Erde herum. Manchmal führt ihn diese Bahn so zwischen Sonne und Erde durch, dass sein Schatten auf die Erde fällt – es kommt zu einer Sonnenfinsternis (Abb. 1).
Da die Sonne eine ausgedehnte Lichtquelle ist, gibt es zwei verschiedene Bereiche im Mondschatten. Den Teil, in dem der Mond die Sonne ganz abdeckt, nennt man den Kernschatten. Der Kernschatten läuft kegelförmig spitz zu und reicht etwa 380 000 km auf der sonnenabgewandten Seite des Mondes ins Weltall hinaus. Um den Kernschatten herum erstreckt sich der Halbschatten des Mondes. Wer sich im Halbschatten befindet, sieht die Sonne teilweise vom Mond abgedeckt bzw. eine partielle Finsternis.
Sonnenfinsternisse können nur bei Neumond auftreten, aber nicht bei jedem Neumond trifft der Mondschatten die Erde. Meist zieht der Mondschatten knapp an der Erde vorbei. Das liegt daran, dass die Ebene, in der der Mond die Erde umläuft, um etwa 5 Grad gegen die Ebene des Erdumlaufs um die Sonne, die Ekliptik, geneigt ist (Abb. 2, Abb. 3).
Die beiden gegeneinander verkippten Bahnen kreuzen sich in zwei Punkten, den sogenannten Knoten. Nur wenn sich der Neumond dann ereignet, wenn der Mond nahe genug an einem der beiden Bahnkreuzungspunkte steht, kann es eine Sonnenfinsternis geben. Typischerweise gibt es deshalb zweimal im Jahr eine bis zu vierwöchige Zeitspanne, in der sich Finsternisse ereignen können.
Außerhalb dieser Finsternissaison stehen Sonne, Mond und Erde bei Neumond nicht genau genug auf einer Linie und der Mondschatten zieht etwas nördlich oder südlich an der Erde vorbei.
Der Mond ist mit 3476 km Durchmesser etwa 400-mal kleiner als die Sonne. Er steht uns mit durchschnittlich 384 400 km Abstand aber auch etwa 400-mal näher als die Sonne. Dieser Zufall der Natur führt dazu, dass Sonne und Mond am irdischen Himmel ungefähr gleich groß erscheinen (scheinbarer Durchmesser jeweils etwa 0,5 Winkelgrad, etwa so groß wie der Nagel des kleinen Fingers am ausgestreckten Arm).
Die Bahn des Mondes um die Erde ist nicht ganz kreisförmig, sondern leicht elliptisch, sodass die Mondentfernung zwischen minimal 356 400 km (im erdnächsten Punkt) und maximal 406 700 km (im erdfernsten Punkt) schwanken kann. Entsprechend variiert auch die Größe des Mondscheibchens, die wir von der Erde aus beobachten.
Auch die Bahn der Erde um die Sonne ist nicht exakt kreisförmig, sondern leicht elliptisch. Daher erscheint uns die Sonne im Januar am größten, wenn die Erde ihr mit 147 Mio. km Entfernung am nächsten steht. Im Juli sieht das Sonnenscheibchen entsprechend etwas kleiner aus (Entfernung 152 Mio. km).
Wegen der Verkippung der Mondbahn gegen die Umlaufbahnebene der Erde um die Sonne und der etwas schwankenden Abstände zwischen Erde und Mond und zwischen Sonne und Erde
ergeben sich drei mögliche Haupttypen von Sonnenfinsternissen. Je nach Beobachtungsort auf der Erde unterscheidet sich der Finsternistyp für ein und dieselbe Finternis.
Partielle Sonnenfinsternis
Von allen Regionen der Erde aus, auf die der Halbschatten des Mondes trifft, sieht man eine partielle Sonnenfinsternis, d.h. der Mond verdeckt die Sonnenscheibe nicht komplett, sondern nur teilweise. Der Halbschatten des Mondes überdeckt meistens einen größeren Teil der Erdoberfläche, sodass partielle Sonnenfinsternisse von einem größeren Gebiet aus sichtbar sind. Bei einer Häufigkeit von 2-4 Sonnenfinsternissen im Jahr ist von einem bestimmten Ort auf der Erdoberfläche alle paar Jahre eine partielle Finsternis beobachtbar. (Abb. 4)
Totale Sonnenfinsternis
Wer im Kernschatten des Mondes steht, erlebt eine totale Sonnenfinsternis. Die gleißend helle Sonnenscheibe ist vollständig vom Mond abgedeckt (Abb. 7). Nur bei einer totalen Sonnenfinsternis wird die geheimnisvoll zart silbrig leuchtende äußere Gashülle der Sonne, die Korona, in ihrer ganzen Pracht sichtbar. Auch die pink leuchtende dünne Chromosphäre mit ihren Gasausbrüchen ist außer mit sehr speziellen Teleskopen am besten bei einer totalen Sonnenfinsternis zu beobachten. Damit der Kernschatten des Mondes die Erdoberfläche erreichen kann, muss der Mond im erdnahen Teil seiner Bahn stehen (Abb 8). Der Kernschatten zieht während einiger Stunden über die Erdoberfläche, sodass sich ein bis zu 270 km breiter und bis zu einigen tausend km langer Streifen ergibt, innerhalb dessen die Finsternis total ist („Totalitätszone“). Außerhalb der Totalitätszone ist die Finsternis innerhalb eines deutlich größeren Bereichs partiell. Für einen bestimmten Ort auf der Erde ist eine totale Sonnenfinsternis sehr selten (typischerweise alle paar Jahrzehnte bis Jahrhunderte), auf der ganzen Erde ereignen sich aber durchschnittlich 0-2 totale Sonnenfinsternisse pro Jahr.
Ringförmige Sonnenfinsternis
Ein Spezialfall einer partiellen Sonnenfinsternis ist eine ringförmige Finsternis. Bei einer ringförmigen Sonnenfinsternis sieht der Beobachter zwar den Mond mittig vor der Sonnenscheibe stehen, der Mond ist aber nicht groß genug, um die Sonnenscheibe ganz abzudecken. Es bleibt ein schmaler „Feuerring“ um die schwarze Mondscheibe übrig. Anders gesagt, der Kernschatten des Mondes reicht nicht bis auf die Erdoberfläche, weil der Mond sich nicht im erdnahen Teil seiner Bahn befindet. Obwohl die Finsternis zentral ist (der Beobachter steht genau in Verlängerung der Verbindungslinie Sonnenmitte-Mondmitte), bedeckt der Mond die Sonne nicht vollständig. Der Streifen, innerhalb dessen eine ringförmige Finsternis beobachtet werden kann, ist typischerweise wenige hundert km breit und bis zu einigen tausend km lang. (Abb. 5, Abb. 6)
Sonderfall: ringförmig-totale Sonnenfinsternis
Recht selten kommt es vor, dass eine Sonnenfinsternis zunächst ringförmig beginnt, wenn die Finsternis zwar zentral ist, der Kernschatten selbst aber knapp über der Erdoberfläche endet. Im weiteren Verlauf der Finsternis wölbt sich dann die Erdoberfläche dem Mond soweit entgegen, dass der Kernschatten des Mondes die Erdoberfläche knapp erreicht und die Finsternis dann kurzzeitig total wird. Gegen Ende der Finsternis reicht der Kernschatten des Mondes wieder nicht mehr bis auf den Erboden und die Finsternis ist nur noch ringförmig.
Partielle Sonnenfinsternis
Von allen Regionen der Erde aus, auf die der Halbschatten des Mondes trifft, sieht man eine partielle Sonnenfinsternis, d.h. der Mond verdeckt die Sonnenscheibe nicht komplett, sondern nur teilweise. Der Halbschatten des Mondes überdeckt meistens einen größeren Teil der Erdoberfläche, sodass partielle Sonnenfinsternisse von einem größeren Gebiet aus sichtbar sind. Bei einer Häufigkeit von 2-4 Sonnenfinsternissen im Jahr ist von einem bestimmten Ort auf der Erdoberfläche alle paar Jahre eine partielle Finsternis beobachtbar. (Abb. 4)
Totale Sonnenfinsternis
Wer im Kernschatten des Mondes steht, erlebt eine totale Sonnenfinsternis. Die gleißend helle Sonnenscheibe ist vollständig vom Mond abgedeckt (Abb. 7). Nur bei einer totalen Sonnenfinsternis wird die geheimnisvoll zart silbrig leuchtende äußere Gashülle der Sonne, die Korona, in ihrer ganzen Pracht sichtbar. Auch die pink leuchtende dünne Chromosphäre mit ihren Gasausbrüchen ist außer mit sehr speziellen Teleskopen am besten bei einer totalen Sonnenfinsternis zu beobachten. Damit der Kernschatten des Mondes die Erdoberfläche erreichen kann, muss der Mond im erdnahen Teil seiner Bahn stehen (Abb 8). Der Kernschatten zieht während einiger Stunden über die Erdoberfläche, sodass sich ein bis zu 270 km breiter und bis zu einigen tausend km langer Streifen ergibt, innerhalb dessen die Finsternis total ist („Totalitätszone“). Außerhalb der Totalitätszone ist die Finsternis innerhalb eines deutlich größeren Bereichs partiell. Für einen bestimmten Ort auf der Erde ist eine totale Sonnenfinsternis sehr selten (typischerweise alle paar Jahrzehnte bis Jahrhunderte), auf der ganzen Erde ereignen sich aber durchschnittlich 0-2 totale Sonnenfinsternisse pro Jahr.
Ringförmige Sonnenfinsternis
Ein Spezialfall einer partiellen Sonnenfinsternis ist eine ringförmige Finsternis. Bei einer ringförmigen Sonnenfinsternis sieht der Beobachter zwar den Mond mittig vor der Sonnenscheibe stehen, der Mond ist aber nicht groß genug, um die Sonnenscheibe ganz abzudecken. Es bleibt ein schmaler „Feuerring“ um die schwarze Mondscheibe übrig. Anders gesagt, der Kernschatten des Mondes reicht nicht bis auf die Erdoberfläche, weil der Mond sich nicht im erdnahen Teil seiner Bahn befindet. Obwohl die Finsternis zentral ist (der Beobachter steht genau in Verlängerung der Verbindungslinie Sonnenmitte-Mondmitte), bedeckt der Mond die Sonne nicht vollständig. Der Streifen, innerhalb dessen eine ringförmige Finsternis beobachtet werden kann, ist typischerweise wenige hundert km breit und bis zu einigen tausend km lang. (Abb. 5, Abb. 6)
Sonderfall: ringförmig-totale Sonnenfinsternis
Recht selten kommt es vor, dass eine Sonnenfinsternis zunächst ringförmig beginnt, wenn die Finsternis zwar zentral ist, der Kernschatten selbst aber knapp über der Erdoberfläche endet. Im weiteren Verlauf der Finsternis wölbt sich dann die Erdoberfläche dem Mond soweit entgegen, dass der Kernschatten des Mondes die Erdoberfläche knapp erreicht und die Finsternis dann kurzzeitig total wird. Gegen Ende der Finsternis reicht der Kernschatten des Mondes wieder nicht mehr bis auf den Erboden und die Finsternis ist nur noch ringförmig.
Achtung: Niemals ohne geeigneten Sonnenschutz in die Sonne schauen! Erblindungsgefahr!
Zertifizierte Sonnenfinsternisbrillen schützen bei der Beobachtung mit bloßem Auge, spezielle Sonnenfilter bzw. Sonnenfilterfolien schützen bei der Beobachtung mit dem Fernglas oder Teleskop. Filter immer vor dem Fernglas/Teleskop anbringen, bevor das Licht ins Fernglas/Teleskop gelangt! (Abb. 9, 10)
Sonnenfinsternis Brillen
An unserer Kasse erhalten Sie geeignete Sonnenfinsternisbrillen für die Beobachtung zum Preis von 3€ je Stück.
Der Erwerb ist zu unseren Bürozeiten (Mo. - Fr. 8:30 - 12:00, sowie Mi. 13:00 - 16:00), sowie 45 Minuten vor jeder Veranstaltung möglich.
Sonnenfinsternis Brillen
An unserer Kasse erhalten Sie geeignete Sonnenfinsternisbrillen für die Beobachtung zum Preis von 3€ je Stück.
Der Erwerb ist zu unseren Bürozeiten (Mo. - Fr. 8:30 - 12:00, sowie Mi. 13:00 - 16:00), sowie 45 Minuten vor jeder Veranstaltung möglich.
Hochgradig partielle Finsternis im deutschen Sprachraum
Zur Beobachtung dieser Finsternis sucht man sich am besten einen Platz mit freiem Blick zum Westhorizont. Einige Minuten nach 19 Uhr MESZ schiebt sich die dunkle Mondscheibe allmählich von „rechts unten“ vor die Sonnenscheibe. Die genauen Zeiten hängen vom Standort ab und können um einige Minuten variieren (siehe Tabelle der Hauptzeitpunkte für einige Städte).
Eine halbe Stunde später ist die Lichtabnahme schon deutlich zu merken, das schwindende Licht wird als immer unnatürlicher, immer „bleierner“ empfunden. Zur Zeit des Maximums gegen kurz nach 20 Uhr MESZ sind je nach Standort 85 bis 91% der Sonnenscheibe vom Mond verfinstert. Am oberen Sonnenrand bleibt eine schmale Sichel aus Sonnenlicht übrig (Abb. 11).
Die Sonne steht jetzt nur noch wenige Grad über dem West-Nordwesthorizont. Einige Minuten später hat der Mond schon wieder mehr von der Sonnenscheibe freigegeben, aber die Sonne geht unter, bevor die Finsternis zu Ende ist.
Bei der Sonnenfinsternis vom 12. August steht der Mond mit rund 367 000 km Erdabstand im erdnahen Teil seiner Bahn und kann die Sonne vollständig abdecken. Die Totalitätszone verläuft über die grönländische Ostküste, den äußersten Westen Islands, den Nordatlantik, Nordspanien und die Balearen (Abb. 12).
Auf dem spanischen Festland kann man innerhalb des knapp 300 km weiten Totalitätsstreifens mit Städten wie A Coruña, León, Burgos, Valladolid, Zaragoza, València und Tarragona eine bis zu zwei Minuten dauernde Totalität beobachten (Abb. 13).
Die Sonne wird allerdings schon sehr horizontnah stehen, man braucht also einen freien Blick nach Westen.
Eine totale Sonnenfinsternis ist ein unvergleichliches Erlebnis (Abb. 7). Es wird so dunkel, dass man kaum noch ohne künstliches Licht Zeitung lesen kann, die hellsten Planeten und Sterne werden sichtbar, die Temperatur fällt merklich ab, Vögel verstummen. Während der Totalität – und nur dann – kann man ohne Finsternisbrille bzw. Sonnenfilter vor dem Fernrohr die magisch silbrig schimmernde Korona beobachten. Der Blick auf die Korona der Sonne könnte bei dieser Finsternis je nach Klarheit der Luft durch horizontnahe Dunstschichten beeinträchtigt sein.
Bei der Sonnenfinsternis vom 12. August steht der Mond mit rund 367 000 km Erdabstand im erdnahen Teil seiner Bahn und kann die Sonne vollständig abdecken. Die Totalitätszone verläuft über die grönländische Ostküste, den äußersten Westen Islands, den Nordatlantik, Nordspanien und die Balearen (Abb. 12).
Auf dem spanischen Festland kann man innerhalb des knapp 300 km weiten Totalitätsstreifens mit Städten wie A Coruña, León, Burgos, Valladolid, Zaragoza, València und Tarragona eine bis zu zwei Minuten dauernde Totalität beobachten (Abb. 13).
Die Sonne wird allerdings schon sehr horizontnah stehen, man braucht also einen freien Blick nach Westen.
Eine totale Sonnenfinsternis ist ein unvergleichliches Erlebnis (Abb. 7). Es wird so dunkel, dass man kaum noch ohne künstliches Licht Zeitung lesen kann, die hellsten Planeten und Sterne werden sichtbar, die Temperatur fällt merklich ab, Vögel verstummen. Während der Totalität – und nur dann – kann man ohne Finsternisbrille bzw. Sonnenfilter vor dem Fernrohr die magisch silbrig schimmernde Korona beobachten. Der Blick auf die Korona der Sonne könnte bei dieser Finsternis je nach Klarheit der Luft durch horizontnahe Dunstschichten beeinträchtigt sein.
Bereits am 02. August 2027 können wir die nächste Sonnenfinsternis über Europa beobachten. Im deutschen Sprachraum wird der Mond in den Mittagsstunden zwischen 28% und 57% der Sonnenscheibe bedecken. In einem schmalen Streifen von Gibraltar über Nordafrika bis zur südwestlichen arabischen Halbinsel ist die Finsternis total, die maximale Totalitätsdauer liegt bei sehr langen 6 min 23 sec. Diese Finsternis sollte man sich nicht entgehen lassen!